23.04.2016

Roboterliebe

Leo mochte Roboter schon als er noch sehr klein war.
Eine Zeit lang liebte er es in diese Rolle zu schlüpfen.
"Ich bin ein Ro-bo-ter!" schallte es dann durchs Kinderzimmer 
und der kleine Mann hüpfte durch die Gegend und wedelte mit den Armen.


Woher diese Anwandlung kam, wissen wir nicht so genau.
Vielleicht lag es daran, dass wir von vornherein beschlossen hatten 
unser Kind nicht von Technik und Medien fernzuhalten,
sondern ihn bewusst damit aufwachsen zu lassen.


Die meisten Eltern lassen 
bei aller Technik und besonders bei den Medien eine gewisse Übervorsicht walten.
Fernsehen, Internet und technische Geräte bei einem Kleinkind.
Bloß nicht das arme Kind damit konfrontieren!
Es schadet der Entwicklung dem jungen Wesen diese Fülle von Reizen auszusetzen.
Es ist nicht nur gefährlich für die Psyche,
nein, auch ein Verletzungsrisiko wird bei vielen technischen Geräten heraufbeschworen.
Oder ist es eher die Angst der Eltern, dass das Kind etwas kaputt machen könnte?


Leo hatte bereits mit 1 Jahr einen CD-Player im Zimmer, 
den er dann auch recht schnell selbst bedienen konnte.
Hörspiele und Musik zu wechseln so wie es ihm gefällt, war für ihn selbstverständlich.
Je nach Lust und Laune dreht er die Musik laut auf,
singt im Hochsommer auf voller Kehle Weihnachtslieder mit
oder lauscht den Geschichten seiner Lieblingshelden.
 Dabei handelte es sich um ein ganz normales Gerät und keines extra für Kinder.
Gerade als er noch so klein war, erlebten wir regelmäßig die Skepsis anderer.
Auch fernsehen dürft er schon recht früh.
Eine Folge "Kleiner Maulwurf" oder das Sandmännchen 
war für uns normal und gehörte zum Alltag. 
Eine Fotokamera bekam er mit 3 Jahren (auch hier keine Kinderversion)
und ich staune immer wieder was er für schöne Bilder macht.
Der Herd, Staubsauger, Toaster, Akkubohrer -
all diese Technik haben wir nie vor ihm ferngehalten.
Er dürfte immer  - unter Aufsicht!!! - mitmachen
und weiß sehr genau, was er alleine darf, möchte und kann.
Mit nun 4 bedient er selbstverständlich ein Tablett, Handy, saugt in seinem Zimmer Staub
oder hilft Papa beim Anbringen von Dübeln und er baut schon selbst Roboter.
Natürlich nur so kleine aus leeren Kartons.


Denn die Welt ist voller Technik und Medien und wie sollen Kinder in dieser Welt bestehen
wenn man sie nicht frühzeitig an diese heranführt.
Nur wenn man Kindern Technik und Medien anbietet kann sich diese Kompetenz ausbilden.
Dabei steht das interaktive Ausprobieren im Vordergrund, 
damit Kinder sich selbst dieses Wissen aneignen können.
Den Umgang mit technischen Medien zu analysieren, reflektieren und ethisch zu untermauern,
ist dabei natürlich ganz klar Aufgabe der Eltern.


Viele sind vielleicht schockiert von unserer Haltung.
Doch wir sind uns unserer Sache da sehr sicher.
Denn ein Kind früh an Technik heranzuführen, 
heißt keineswegs ihn nicht auch mit hinaus in die Natur zu nehmen.
Er wird nicht mit Medien ruhig gestellt oder bekommt Medien wann und wie er möchte.

Leo liebt immer noch Roboter.
Vielleicht baut er selbst mal einen, vielleicht ist es in 30 Jahren normal einen zu besitzen?!
Dann ist er auf jeden Fall gut vorbereitet.
Als ich diesen kleinen Roboterwecker mit nach Hause gebracht habe,
war er sofort völlig aus dem Häuschen.
Es war ganz klar, der gehört ihm und so schallte es wieder "Ro-bo-ter".


Natürlich musste ich ihm dann auch ein passendes Shirt nähen,
eines mit genau so einem Roboter.
Ich finde die beiden sehen sich ziemlich ähnlich.
Wo uns diese Roboterliebe noch hinführen wird, weiß ich nicht.
Klar macht einem die technische Entwicklung auch Angst.
Wie wird es sein, wenn unsere Kinder erwachsen sind?
Von futuristischen Weltentwürfen bis zur technisch-medialen Apokalypse ist da alles offen.
Als Erwachsener muss man aushalten, 
dass die große Unbekannte auf die nun noch kleinen Menschen zukommt.
Wenigstens weiß ich, dass er gut vorbereitet ist.


Kinderwecker: Widdop Roboter Wecker von Christ
Schnitt: Summer Camp aus Ottobre 03/2016
Stoff: Jersey von Traumbeere
Schablone: Stoff und Stil
Stoffmalfarbe und Spray: Marabu
verlinkt: Made4Boys, Frühlingnähen, Nähzeit am Wochenende

Kommentare:

  1. cooler Post und cooles Shirt!
    Liebe Grüße
    Britta

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  2. Ich finde es prima, dass ihr für euch und euer Kind den richtigen Weg gefunden habt. Mir gefällt daran, dass ihr ihm kein Spielzeug gebt, sondern gleich die echten Werkzeuge. So machen wir das hier auch in der Hoffnung, dass die Gefahren auch genauso gut eingeschätzt werden können, wie man das Werkzeug gemeinsam mit Erwachsenen ausprobieren und einsetzen kann. Hier sind beide Elternteile technikafin, es wird geschraubt und gebohrt genauso wie programmiert und gebaut ... warum es vor ihm geheimhalten. Mit den Medien handhaben wir es anders - ich hätte nichts mehr gegen Fernsehen zum Beispiel, aber es interessiert ihn schlicht nicht ... außer die Schrauben wo der Fernseher aufginge :-). LG Ingrid, der das Shirt super gefällt und der Wecker ... der ist der Knaller!

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  3. Super Einstellung. Warum Sachen verheimlichen, wenn man selbst den ganzen Tag nutzt. Ich hänge viel am Smartphone und muss es akzeptieren, dass mein Kind das auch will und wenn ich will das der Kuchen fertig wird muss ich mein Kind mitmachen lassen, sonst steht die die ganze Zeit quengelnd neben mir. Darauf habe ich noch weniger Lust. Und mit dem passenden Shirt macht das doch alles noch mehr Spaß.

    LG Anja

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